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Diplomarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Psychologie - Religionspsychologie, Note: sehr gut, Universität Wien (Institu für Psychologie der Universität Wien), 150 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Arbeit soll auf Diagnosemethoden im indischen Kontext eingegangen werden. Ausgangsbasis stellt das Material aus einer Feldforschung von Dezember 2002 bis Juni 2003 in Orissa, Ostindien, dar. Der Einbettung von diagnostischen Kriterien in das kulturelle und vor allem in das religiöse Umfeld soll hier nachgespürt werden. Der theoretische Teil dient der Hinführung zum eigentlichen Thema „Diagnosemethoden im religiösen Kontext" und versucht die historischen Spuren zu skizzieren, die die Heiltraditionen in Indien, und besonders die in Orissa, ausmachen. Dabei wird zuerst ein medizinhistorischer Abriss über die Welt des Atharvaveda, eine vedische Schrift, die entscheidend den Ayurveda als ältestes Medizinsystem Indiens prägte, vorgestellt. Damit soll ein geschichtlicher Überblick zum Thema Medizin und Religion und eine Einführung in den bis heute lebendigen medizinischen und religiösen Pluralismus in Indien gegeben werden. In weiterer Folge werden verschiedene zeitgenössische Heilstraditionen in Indien skizziert, mit der Absicht, den Bereich abzustecken, in denen sich die Interviewees, Hilfesuchende wie auch Heilinstanzen, bewegen. Im empirischen Teil geht es nicht darum, die Existenz eines unsichtbaren Agens nachzuweisen, wie der Titel vermuten lässt. Mit Methoden aus der qualitativen Sozialforschung geht es darum, den Realitäten, in denen sich die Menschen bewegen, nachzuspüren, sie zu skizzieren und so ein Fenster zu schaffen für einen Einblick in ihre eigenen Wirklichkeiten. Denn nur so kann ein Verständniszugang kreiert werden, der über Pathologisierungen und die initiale Frage „Gibt es nun Geister oder gibt es sie nicht?" hinausgeht.